
Vom verspannten Nacken bis zum ISG
Bildschirmarbeit, einseitige Belastung im Alltag oder eine über Jahre eingeschliffene Fehlhaltung: All das kann sich in Nacken und Schultern als Verspannung bemerkbar machen. Häufig bleibt es nicht bei einem Ort: Beschwerden aus dem Nacken können in Schultern und Kopf ausstrahlen, etwa als spannungsbedingte Kopfschmerzen.
Wie Verspannungen im Nacken entstehen und was dabei im Gewebe passiert, beschreibt der Artikel Nackenschmerzen näher.
Auch der untere Rücken ist häufig betroffen. Nicht immer liegt die Ursache dort, wo der Schmerz spürbar ist. Ein oft übersehener Auslöser tiefer Rückenschmerzen ist das Iliosakralgelenk, kurz ISG: das Gelenk zwischen Kreuzbein und Darmbein. Reizungen oder Blockaden dort können sich als ziehender Schmerz im unteren Rücken oder im Gesäss zeigen. Mehr dazu im Artikel Rückenschmerzen und ISG-Blockade.
Wie die Craniosacral Therapie begleiten kann
Die Behandlung arbeitet mit sanftem, aufmerksamem Kontakt entlang der Wirbelsäule, vom Kreuzbein bis zur Schädelbasis. Dabei kann sie auf Faszien und das Zwerchfell eingehen, die mit Rücken und Nacken eng verbunden sind und Spannungsmuster über weite Strecken des Körpers weitergeben können.
Statt auf den Symptomdruck (also gezielt auf den schmerzenden Punkt) zu reagieren, richtet sich die Aufmerksamkeit auf Schon- und Spannungsmuster, die sich im Lauf der Zeit gebildet haben. Solche Muster zu lösen kann dazu beitragen, dass sich Nacken und Rücken insgesamt freier anfühlen.
Wenn Schmerzen chronisch geworden sind
Anhaltende Schmerzen können in einen Kreislauf aus Schmerz, Anspannung und Schonhaltung münden: Der Körper hält Bereiche unbewusst fest, was neue Spannung erzeugt und den Schmerz wiederum verstärken kann. Das Nervensystem spielt dabei eine wichtige Rolle, da es auf Dauer in erhöhter Wachsamkeit verharren kann.
Die Craniosacral Therapie kann hier begleitend ansetzen, ersetzt aber ärztliche Behandlung und Physiotherapie nicht. Sie versteht sich als Ergänzung dazu. Mehr zum Zusammenhang zwischen Nervensystem und anhaltenden Beschwerden liefert der Artikel Chronische Schmerzen.
Häufige Fragen
Hilft das auch bei einem Bandscheibenvorfall?
Ein Bandscheibenvorfall gehört zuerst in ärztliche Abklärung und Behandlung. Nach dieser Abklärung kann die Craniosacral Therapie begleitend dazukommen. Sie ersetzt die medizinische Behandlung aber nicht.
Was ist das ISG?
ISG steht für Iliosakralgelenk, das Gelenk zwischen Kreuzbein und Darmbein, das Wirbelsäule und Becken verbindet. Blockaden oder Reizungen dort können in den unteren Rücken und ins Bein ausstrahlen.
Wie unterscheidet sich das von Massage oder Physio?
Die Craniosacral Therapie arbeitet mit sehr feinen, achtsamen Impulsen statt mit Druck oder aktiver Mobilisation. Sie kann Massage und Physiotherapie ergänzen, ersetzt sie aber nicht.