
Wenn Konzentration schwerfällt
Manche Kinder können sich nur schwer konzentrieren, wirken schnell überreizt, zappelig oder verträumt. Sie springen gedanklich von einem zum nächsten, verlieren sich in Details oder reagieren empfindlich auf Geräusche, Anforderungen und Übergänge. Für den Alltag zu Hause und in der Schule kann das sehr herausfordernd sein, für das Kind selbst genauso wie für Eltern, Lehrpersonen und das Umfeld.
Hinter Konzentrationsschwierigkeiten können viele verschiedene Faktoren stehen: Entwicklungsschritte, Schlafmangel, Stress, emotionale Belastungen, hohe Sensibilität, Bewegungsdrang oder auch eine ADHS-Diagnose. Wichtig ist deshalb, das Kind nicht auf ein Verhalten zu reduzieren, sondern genauer hinzuschauen: Was überfordert? Was hilft beim Regulieren? Wo braucht das Kind Struktur, Entlastung oder mehr Körperwahrnehmung?
Wie die Craniosacral Therapie begleiten kann
Die Craniosacral Therapie setzt nicht direkt am Symptom an, sondern an der Selbstwahrnehmung und Selbstregulation des Kindes. Aus osteopathischer Sicht stehen Nervensystem, Körperhaltung, Atmung, Spannungsmuster, Schädelbasis, Wirbelsäule und Faszien in enger Verbindung. Wenn der Körper dauerhaft angespannt oder überreizt ist, kann es schwieriger werden, Reize zu filtern, zur Ruhe zu kommen und Aufmerksamkeit zu halten.
Mit sanften, achtsamen Berührungen kann die Behandlung das Nervensystem dabei unterstützen, aus einem Zustand von innerer Unruhe oder hoher Wachsamkeit herauszufinden. Viele Kinder erleben während der Behandlung, dass sie ihren Körper besser spüren, ruhiger werden oder leichter bei sich bleiben können.
Zur Begleitung können auch einfache Übungen gehören, die das Kind im Alltag anwenden kann, zum Beispiel bewusstes Atmen, Körperwahrnehmung oder das sogenannte Farbatmen. Solche kleinen Werkzeuge können helfen, wenn Unruhe, Überforderung oder Stress spürbar werden.
ADHS achtsam einordnen
Bei ADHS geht es nicht einfach um «zu wenig Konzentration», sondern um eine besondere Art der Reizverarbeitung, Selbststeuerung und Impulsregulation. Kinder mit ADHS können sehr wach, kreativ, sensibel und voller Energie sein. Gleichzeitig fällt es ihnen oft schwer, Aufmerksamkeit zu lenken, Impulse zu bremsen oder nach Anstrengung wieder zur Ruhe zu finden.
Besteht eine ADHS-Diagnose oder der Verdacht darauf, gehören Abklärung und Behandlung in kinderärztliche, kinderpsychiatrische oder entsprechend spezialisierte Fachhände. Die Craniosacral Therapie ersetzt diese Abklärung und Therapie nicht.
Sie kann jedoch begleitend eingesetzt werden, um Körperwahrnehmung, Entspannung und Selbstregulation zu unterstützen, als ergänzender Baustein neben Schule, Familie, Therapie und weiteren fachlichen Massnahmen.
Mehr dazu finden Sie im Beitrag Craniosacral Therapie bei ADHS.