
Wenn der Bauch nicht zur Ruhe kommt
Anhaltendes Weinen, ein angespannter Bauch, angezogene Beinchen und Unruhe, oft am späten Nachmittag oder Abend: Solche Phasen können für die ganze Familie sehr belastend sein. Besonders schwierig ist, dass sich häufig keine eindeutige Ursache finden lässt. Oft wird dann von Koliken oder Dreimonatskoliken gesprochen.
Für Eltern kann es entlastend sein zu wissen: Diese Phase geht in den meisten Fällen vorüber. Gleichzeitig darf Ihr Baby in dieser Zeit behutsam begleitet werden, damit es leichter zur Ruhe finden kann.
Der craniosacrale und osteopathische Blick auf Koliken
Aus osteopathischer Sicht wird der Bauch nicht isoliert betrachtet. Verdauung, Zwerchfell, Wirbelsäule, Becken, Nervensystem und Faszien stehen in enger Verbindung. Bei Babys ist dieses Zusammenspiel noch unreif und empfindlich. Spannungen im kleinen Körper, etwa im Bereich von Nacken, Zwerchfell, Bauch oder Becken, können das Verdauungssystem zusätzlich fordern.
Die Craniosacral Therapie arbeitet mit sehr feinen, achtsamen Berührungen. Ziel ist es, Spannungen wahrzunehmen, das Nervensystem zu beruhigen und die Selbstregulation des Babys sanft zu unterstützen. Dabei geht es nicht um eine feste Technik, sondern darum, dem Baby Raum zu geben, sich zu entspannen und besser in seinem Körper anzukommen.
Was Eltern selbst tun können
Neben der Behandlung können einfache Dinge im Alltag entlastend wirken: Ruhe bewahren, das Baby tragen, sanft wiegen, Wärme auf den Bauch legen oder eine sanfte Bauchmassage im Uhrzeigersinn ausprobieren.
Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, vom Fliegergriff bis zur Bauchmassage, finden Sie im Beitrag Koliken bei Säuglingen.
Häufige Fragen
Ab wann spricht man von Koliken?
Von Dreimonatskoliken spricht man häufig, wenn ein ansonsten gesundes Baby über mehrere Wochen hinweg immer wieder lange und heftig weint, oft am Abend. Diese Beschreibung ist jedoch nur eine Orientierung. Die Abklärung möglicher Ursachen gehört in kinderärztliche Hände.
Kann Craniosacral Therapie Koliken heilen?
Nein. Die Craniosacral Therapie kann begleitend unterstützen, indem sie Spannungen löst, das Nervensystem beruhigt und die Selbstregulation des Babys fördert. Sie ersetzt keine kinderärztliche Abklärung oder Behandlung.
Was können wir zu Hause tun?
Tragen, Wärme, sanftes Wiegen, ruhige Atmosphäre und eine Bauchmassage im Uhrzeigersinn können entlastend sein. Eine praktische Anleitung finden Sie im Wissensartikel Koliken bei Säuglingen.