Mutter hält ihr ruhiges Baby im Arm am Fenster.

Wenn das Trinken nicht rund läuft

Manche Babys haben beim Stillen oder Trinken aus der Flasche Mühe. Das Saugen wirkt schwach oder unkoordiniert, das Baby dockt immer wieder ab oder trinkt deutlich lieber auf einer Seite als auf der anderen. Manche Babys werden beim Füttern unruhig, verspannen sich oder wirken schnell erschöpft.

Für Mütter kann das sehr belastend sein. Zur Sorge um das Baby kommen oft Unsicherheit, Druck und manchmal auch Schmerzen beim Stillen hinzu. Diese Belastung ist real und darf ernst genommen werden.

Was dahinterstecken kann

Saugen, Schlucken und Atmen müssen bei einem Neugeborenen fein aufeinander abgestimmt sein. An diesem Zusammenspiel sind unter anderem Zunge, Kiefer, Gaumen, Schädelbasis, Nacken, Zwerchfell und Nervensystem beteiligt.

Aus osteopathischer Sicht können Spannungen aus Schwangerschaft oder Geburt dieses feine Zusammenspiel beeinflussen. Druck- oder Zugkräfte während der Geburt, eine bevorzugte Kopfhaltung oder Spannungen im Bereich von Kiefer, Schädelbasis und Halswirbelsäule können dazu beitragen, dass das Trinken anstrengender wird.

Das sind mögliche Zusammenhänge, keine Diagnose. Was im Einzelfall eine Rolle spielt, lässt sich nur im Zusammenspiel mit Hebamme, Stillberatung und Kinderärztin oder Kinderarzt gut einordnen.

Mehr zum craniosacralen Blick auf Babys finden Sie im Beitrag Craniosacral Therapie für Babys und Kinder.

Wie die Craniosacral Therapie begleiten kann

Mit sehr feinen, achtsamen Berührungen an Kiefer, Schädelbasis, Nacken, Zwerchfell und weiteren Körperbereichen kann die Craniosacral Therapie Ihr Baby sanft unterstützen. Ziel ist es, Spannungen wahrzunehmen, das Nervensystem zu beruhigen und dem Körper mehr Beweglichkeit und Regulation zu ermöglichen.

Die Behandlung findet auf Ihrem Arm, auf Ihrem Bauch oder in Ihrer Nähe statt. Sie richtet sich ganz nach dem Tempo Ihres Babys. Wenn es Hunger hat, eine Pause braucht oder gestillt beziehungsweise gefüttert werden möchte, ist das jederzeit möglich.

In meiner Praxis arbeite ich bei Still- und Trinkschwierigkeiten gerne ergänzend mit Hebammen und Stillberaterinnen zusammen. Die Stillberatung bleibt die erste Anlaufstelle für Fragen rund um Anlegetechnik, Milchmenge, Saugverhalten und Stillpositionen. Die Craniosacral Therapie versteht sich als ergänzende Begleitung, nicht als Ersatz.

Auch Verdauungsthemen, die manchmal mit Trinkschwierigkeiten einhergehen, werden im Beitrag Koliken bei Säuglingen näher beschrieben.

Häufige Fragen

Ersetzt die Behandlung die Stillberatung?

Nein. Die Craniosacral Therapie ersetzt keine Stillberatung. Fragen zur Anlegetechnik, Stillposition, Milchmenge oder zum Trinkverhalten gehören weiterhin in die Hände Ihrer Hebamme oder Stillberaterin. Die Behandlung kann ergänzend begleiten.

Mein Baby trinkt nur auf einer Seite gut. Kann das zusammenhängen?

Ja, das kann mit einseitigen Spannungsmustern, einer bevorzugten Kopfhaltung oder einer eingeschränkten Beweglichkeit im Nacken- und Kieferbereich zusammenhängen. Es muss aber nicht. Eine gemeinsame Einschätzung mit Stillberatung, Hebamme und Kinderärztin oder Kinderarzt ist sinnvoll.

Wie schnell zeigt sich eine Veränderung?

Das ist individuell verschieden. Bei Babys können sich manchmal rasch Veränderungen zeigen, etwa mehr Ruhe beim Trinken oder eine bessere Beweglichkeit. Verlässlich vorhersagen lässt sich das jedoch nicht. Wie viele Sitzungen sinnvoll sind, zeigt sich im Verlauf.

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