Baby liegt entspannt auf der Behandlungsliege, eine Hand ruht sanft auf seinem Brustkorb, die Mutter ist nah dabei.

Wenn Ihr Baby viel weint

Manche Babys weinen über Wochen hinweg sehr viel und lassen sich nur schwer beruhigen. Oft ist kein klarer Grund erkennbar, und für Eltern kann diese Zeit zu einer grossen Belastung werden. Besonders dann, wenn Schlaf fehlt, die Sorge wächst und nichts wirklich zu helfen scheint.

Diese Erschöpfung ist real. Wenn ein Baby über längere Zeit häufig und intensiv weint, geht das an die Substanz der ganzen Familie. Das bedeutet nicht, dass Sie als Eltern etwas falsch machen. Es zeigt vielmehr, wie herausfordernd diese Phase sein kann und dass sie ernst genommen werden darf.

Aus osteopathischer Sicht können verschiedene Faktoren eine Rolle spielen: die Anpassung an das Leben ausserhalb des Mutterleibs, eine noch unreife Reizverarbeitung, Spannungen nach Schwangerschaft oder Geburt, Verdauungsthemen wie Blähungen oder Koliken sowie Belastungen im Bereich von Bauch, Zwerchfell, Schädelbasis oder Nervensystem. Das sind mögliche Zusammenhänge, keine Diagnose. Was im Einzelfall zutrifft, lässt sich nicht immer eindeutig bestimmen. Mehr zum osteopathischen Blick auf Bauchbeschwerden bei Säuglingen finden Sie im Beitrag Koliken bei Säuglingen.

Wie eine Baby-Behandlung abläuft

Ihr Baby bleibt während der ganzen Sitzung bei Ihnen, auf dem Arm, auf Ihrem Bauch oder in Ihrer Nähe auf der Behandlungsliege. Die Berührungen sind sehr fein, achtsam und auf die Bedürfnisse eines Säuglings abgestimmt.

Die Behandlung folgt dem Tempo Ihres Kindes. Wenn Ihr Baby eine Pause braucht, unruhig wird, Hunger hat oder gestillt beziehungsweise gefüttert werden möchte, ist das jederzeit möglich. Es gibt keinen starren Ablauf. Eine Sitzung mit Babys ist deshalb meist kürzer und flexibler als eine Behandlung bei Erwachsenen.

Aus craniosacraler und osteopathischer Sicht wird der Körper des Babys als Ganzes betrachtet. Becken, Wirbelsäule, Schädelbasis, Faszien, Verdauung und Nervensystem stehen in enger Verbindung. Ziel ist es, Spannungen wahrzunehmen, das Nervensystem zu beruhigen und die Selbstregulation des Babys sanft zu unterstützen. Mehr zum ganzheitlichen Ansatz finden Sie im Beitrag Craniosacral Therapie für Babys und Kinder.

Unruhiger Schlaf

Häufig zeigt sich neben dem vielen Weinen auch ein unruhiger Schlaf. Manche Babys wachen oft auf, finden schwer in den Schlaf oder wirken insgesamt sehr angespannt. Schreien, Reizverarbeitung und Schlaf können zusammenhängen, müssen es aber nicht.

Die Craniosacral Therapie kann die Selbstregulation des Nervensystems und die Verarbeitung von Reizen begleitend unterstützen. Dadurch kann sich manchmal auch mehr Ruhe im Schlafverhalten zeigen.

Gleichzeitig hängt Babyschlaf von vielen Faktoren ab. Wachstumsschübe, Zahnen, Entwicklungsschritte, Hunger, Nähebedürfnis oder Veränderungen im Alltag gehören dazu. Eine Behandlung ist deshalb keine Garantie für ruhige Nächte, kann aber ein unterstützender Baustein sein.

Wann zuerst zur Kinderärztin?

Anhaltendes Schreien sollte immer kinderärztlich abgeklärt werden, besonders wenn Ihr Baby Fieber hat, die Nahrung verweigert, schlecht zunimmt, apathisch wirkt oder Sie das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt.

Die Craniosacral Therapie ersetzt keine kinderärztliche Abklärung oder Behandlung. Sie versteht sich als ergänzende Begleitung, wenn medizinische Ursachen abgeklärt sind oder parallel betreut werden.

Häufige Fragen

Ab wann spricht man von einem Schreibaby?

Als grobe Orientierung wird oft die sogenannte Dreierregel genannt: mehr als drei Stunden Schreien pro Tag, an mehr als drei Tagen pro Woche, über mehr als drei Wochen. Diese Regel ist jedoch nur ein Richtwert. Entscheidend ist nicht allein die Zahl, sondern wie stark Ihr Baby und Ihre Familie belastet sind.

Tut die Behandlung meinem Baby weh?

Nein. Die Berührungen sind sehr fein, ruhig und achtsam. Ihr Baby gibt jederzeit das Tempo vor. Wenn es unruhig wird oder eine Pause braucht, wird die Behandlung angepasst.

Wie viele Sitzungen braucht es?

Das ist individuell verschieden. Bei Babys reichen oft wenige Sitzungen, um zu spüren, ob der sanfte Zugang passend ist. Wie viele Behandlungen sinnvoll sind, zeigt sich im Verlauf.

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